Die Wallfahrtskapelle "Maria Hilf" auf dem Wannenberg bei Meßhofen kann auf eine längere Geschichte zurückblicken. Auch wenn bis zur Säkularisation das gläubige Volk zum Gnandenbild Maria Major nach Schießen pilgerte, so hat sich die Wannenkapelle vor allem seit dem 19. Jahrhundert zu einem volkstümlichen Gnadenort in Schwaben entwickelt.
Der Chronist erzählt nun, dass ihm Maria, die Mutter Gottes, zu Hilfe eilte und ihn davor bewahrte, vom Strick erdrosselt zu werden. Schließlich kehrte einer der sechs Schweden zurück und durchschnitt den Strick. Das Deckenfresko im Chorraum der Kapelle zeigt diese Begebenheit. Pater Franz Doser wurde 1661 Abt von Roggenburg. Erst kurz vor seinem Tod, 1677, offenbarte er einem Mitbruder die wunderbare Errettung durch die Hilfe Mariens und ihre Voraussage, dass er später Abt des Klosters werde. Sein Nachfolger, Abt Adalbert Rauscher, ließ an der bezeichneten Stelle im Wald eine kleine Kapelle erricht
Erst im Jahre 1793 hören wir wieder von der Kapelle. Abt
Thaddäus Aigler, der letzte in der Reiche der Roggenburger Äbte und Bauherr der
schönsten Landkirche unseres Gebiets zu Ingstetten, ließ die Kapelle neu
gestalten. Der Meßh9fer Vikar schrieb dazu in seinem Pfarreitagebuch: „Den 28.
October wurde das Maria-Hilfsbild feyerlich und rührend unter großer Menge
Volks unter Paradierung der Meßhofer Compagnie mit Pfeifen und Trommel, unter
Abfeuerung des kleinen und großen Geschützes, unter dem Putz aller Meßhofer
Jungfrauen, mit Voraustragung des Portraits des hochsel. Abt. Franzens in einer
niedlichen Procession auf den sogenannten Wannenberg übertragen und
eingeweiht.“ Schon dieser Chronist, P. Philipp Schafheutl, weiß zu berichten:
„Immer befinden sich dort Pilgrime. Meßhofen wallfahrtet öfters dorthin in
Procession.“ Am 14. Juni 1800 wurde bei einem Franzoseneinfall das Gitter
aufgebrochen und die Maria-Hilf-Kapelle beschädigt. Ein Kapelleninventar von
1852 besagt, dass das Gnadenbild Maria Hilf von Conrad Huber gemalt sei.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts scheint die Kapelle im Wald mit dem
Bild Maria Hilf ein immer mehr besuchter Zufluchtsort für Menschen in Not und
für fromme Beter geworden zu sein. Ab 1843 wurden in Meßhofen und Roggenburg
und in der näheren Umgebung bis Pfaffenhofen Kollekten für einen Neubau
abhalten. Unter Pfarrer Joseph Zanker war es dann 1845 so weit, dass die neue
Kapelle nach Planen des Roggenburger Beamten Panzer gebaut werden konnte.
Seit 1982 wird die Wallfahrt wie ehedem wieder von Prämonstratenser-Chorherren
betreut.