Der Prämonstratenser-Orden besteht aus selbständigen
Häusern, gewöhnlich aus Abteien, die sich selbst verwalten und alle
Erfordernisse des Zusammenlebens selbständig regeln. An der Spitze eines
solchen Hauses, das bei uns den Namen Kanonie trägt, steht gewöhnlich ein Abt.
Es hat in der Geschichte aber auch Pröpste gegeben; in Ausnahmefällen gibt es
auch „Regierende Prioren“ oder Administratoren, die auf Zeit das Amt der
Leitung einer solchen Prämonstratensergemeinschaft innehaben.
Von der Gründungszeit an trafen sich die Äbte aller Kanonien in Prémontré , dem
Gründungskloster in Frankreich, das unser Ordensvater, der Hl. Norbert
gegründet hat. Als Norbert von Xanten (1080-1134) um 1126 Erzbischof von
Magdeburg wurde, übertrug er die Leitung des Stammklosters Prémontré dem
seligen Hugo de Vosse. Abt Hugo führte eine straff und klug organisierte
Ordensstruktur ein, die sich eng an das Vorbild des Zisterzienserordens
anlehnte. Dazu gehören die jährlichen Generalkapitel in Prémontré, das
sogenannte „Filiationsprinzip“, dass nur ein bestehendes Haus ein anders, neues
Ordenshaus gründen kann, weiterhin regelmäßige Visitationen und dann die
Einteilung von Zirkarien, was in etwa der Einteilung von Ordensprovinzen
entspricht.
In jeder Zirkarie wurde ein Zirkator ernannt, der im Auftrag des Generalabtes, ein Amt, das Jahrhunderte lang jeweils der Abt von Prémontré innehatte, die Zirkarie visitierte und in wichtigen Angelegenheiten den Generalabt vertrat. So wurde der Orden, der aus lauter selbständigen Häusern besteht, doch zentral zusammengefasst, um bei aller Selbständigkeit der einzelnen Klöster einen gemeinsamem spirituellen Rahmen zu sichern und eine kontinuierliche geistliche Entwicklung zu fördern.